Diskussion mit MdB Baumann über Ost-CDU

G. Baumann in einer Diskussion mit Abiturienten am EGE über die Rolle der Ost- CDU in der DDR

-"Es ist wichtig zur Vergangenheit zu stehen"- 

MdB Baumann in der DiskussionAm Montag, dem 23.2.2009 diskutierte Herr Günther Baumann, Mitglied des Bundestages, über die Rolle der CDU als Blockpartei in der DDR mit den Abiturienten des Evangelischen Gymnasiums Erzgebirge.
Den Schülern war bereits vor den Winterferien durch ein vorangegangenes gemeinsames Projekt des Leistungskurses Geschichte mit den Grundkursen Gemeinschaftskunde unter der Leitung und Betreuung von Frau Rolke und Herrn Rakutt viel Wissenswertes über die Rolle der Blockparteien in der DDR, Wahlen, die Rolle der Parteien im Vergleich zum bundesdeutschen System etc. vermittelt worden.
An diesem Montag hatten die Abiturienten nun die Möglichkeit mit einem Augenzeugen über diese Thematik, zumal sie in den letzten Wochen in den medialen Focus gerückt worden war, zu diskutieren.
Nach einer einführenden Impulsgebung, in der Herr Baumann auch persönliche Erlebnisse als Mitglied der Ost- CDU mit einbezog, kamen die Schüler rasch in ein intensives Gespräch. So nahm Herr Baumann zu dem Vorwurf Stellung, die Blockparteien hätten das DDR-System mitgetragen. Er stellte dabei heraus, dass diese Aussage durchaus zutreffend sei, man aber bei dieser Debatte immer berücksichtigen müsse, dass man so aber auch die Möglichkeit gehabt hatte „auf unterer Ebene an kleinen Stellen etwas gegen steuern zu können." Der Spielraum sei sehr gering gewesen, so Herr Baumann, weil das Ministerium für Staatssicherheit alle Aktionen überwachte und vermerkte. Bei dieser Gelegenheit bezog er Auszüge aus seiner Stasiakte mit ein.
In einer sehr weitgespannten Diskussion wurden neben der Problematik der „ Ost-Vergangenheit der CDU" auch Themen wie Wahlen in der DDR, das Einziehen des Vermögens der Ostparteien, die Wirtschaftslage in der DDR oder die aktuelle politische Parteinlandschaft angesprochen.
Als Fazit dieser sehr interessanten zweistündigen Diskussion stand das klare und eindeutige Bekenntnis von Herrn Baumann, dass „... es wichtig sei zur Vergangenheit zu stehen." Es sei aber auch quasi die Pflicht der Bürger in einem freiheitlich-demokratischen politischen System von ihrem Recht auf freie Wahlen Gebrauch zu machen, denn Passivität und Politikverdrossenheit stärken nur die Extremen. Im Gegensatz zur DDR haben die Bürger nun auch die Möglichkeit ihren Wählerwillen umzusetzen. Natürlich sei es ebenso eine wichtige Aufgabe und Verantwortung der Politik den Populismus der extremen Parteien auszubremsen.
Die Abiturienten bedanken sich recht herzlich bei Herrn Baumann für diese offene und intensive Diskussion aus der viele wichtige Informationen zur Aufarbeitung der Thematik gewonnen werden konnten.

M. Rolke /H. Rakutt ( Projektleiter)