Die Montessori-Pädagogik ist eine ausgesprochen auf das Kind zentrierte Pädagogik, die in der Überzeugung gründet, dass jedes Kind seinen ihm eigenen Entwicklungsplan in sich trägt. Deswegen soll nicht das „Wissen“ dem Kind „vermittelt“ werden, sondern die Neugier des Kindes geweckt werden. Der Schüler soll aus eigenem Interesse heraus arbeiten und Lernerfolge als Ergebnis eigener Initiative und eigenen Bemühens schätzen lernen. Der Unterricht in der Orientierungsstufe (Klassen 5 und 6) baut auf dem der Grundschule auf. Die freie Arbeit in einer vorbereiteten Umgebung, die eine Fülle von anschaulichen und handlungsorientierten Arbeitsmaterialien bereitstellt, ist in der 5. und 6. Klasse ein wesentlicher Bestandteil des Unterrichts. Je nach Reife des Schülers tritt schließlich der Umgang mit vorbereitetem Material in den Hintergrund und das selbständige Recherchieren von Fragestellungen mittels allgemein zugänglicher Informationsquellen (z.B. Bibliothek, Internet, Stadtarchive, Natur, Fachleute) nimmt zu. Der bisherige Unterricht wird ergänzt durch den Epochenunterricht, in dem Themen einiger Fächer oder auch fächerübergreifende Themen in einem überschaubaren Zeitraum konzentriert behandelt werden. Methoden wie z.B. Projektunterricht, fachliche Exkursionen, Kreisgespräche und Planspiele sollen das selbständige Aneignen von Wissen fördern und dem Lernen einen aktuellen Sinn geben.
Freie Arbeit wird durch gebundene Unterrichtszeit ergänzt, die, je nach Fach, mehr oder weniger Raum einnimmt. In der gebundenen Unterrichtszeit arbeiten die Schüler einer Klasse oder Gruppe gemeinsam mit dem Lehrer an einem Thema. Praktische Erfahrungen dienen in einem sehr grundlegenden Sinne der Erlangung von Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Der Schüler soll auch mit den Händen arbeiten, etwas schaffen, bauen oder zubereiten, sich in vielerlei alltäglichen Situationen zu helfen wissen und jegliche Form der Arbeit schätzen lernen und würdigen. Die Schule bietet daher den Schülern handwerkliche und soziale Grundfertigkeiten, welche gemeinsam mit der Berufsorientierung einen guten Start für das Leben nach der Oberschule schaffen. Dabei haben die Jugendlichen die Möglichkeit, verschiedene Praktika wie Sozialpraktikum, Betriebspraktikum und Schülerfirma zu durchlaufen.
