Französischkenntnisse auf dem Prüfstand

Für 10 Tage im Oktober verlief der Spracherwerb einmal ganz anders. 23 mutige Neunt- und Zehntklässler tauschten das Klassenzimmer mit französischen Gastfamilien und erlebten so deren Alltag ganz hautnah.

Auf der 22-stündigen Fahrt Richtung Atlantikküste stieg die Nervosität mit abnehmender Distanz zum Ziel ins Unermessliche bis endlich kurz nach Ankunft in Paimpol bis sich die zusammengehörigen Corres persönlich kennenlernten. Beim ersten Aufeinandertreffen in der Cantine mit Jus d’orange und Madeleines und bei anfänglicher Zurückhaltung wurden erste Gespräche – teilweise auch in einem Mix aus Englisch und Französisch – geführt. Hatte man doch vorab schon via Snapchat, Mail oder Textos Kontakt und Informationen ausgetauscht, so war eine spontane Conversation noch eine ganz andere Hausnummer.

Eine weitere große Herausforderung war es, das bald folgende Wochenende allein in den Gastfamilien zu verbringen. Dabei kam jeder in den Genuss von ganz individuellen Highlights: ein Ausflug nach Brest, Baden an den Sandstränden des Atlantik, ein Segelkurs, ein Besuch der Insel Bréhat oder etwa Golfspielen. So unterschiedlich wie das Wochenendprogramm stellten sich auch die Erfahrungen mit den Corres heraus: manch Einer verstand sich besser mit Geschwistern oder Eltern, ein Anderer mit den Schulkameraden.

Zum Glück – und zur besonderen Freude der begleitenden Französischlehrerinnen – konnte nicht in jeder Gastfamilie das Englische zur Verständigung herangezogen werden. Und so kam es dann doch, dass nach und nach Sprachhemmungen abgebaut wurden und täglich ein bisschen mehr Verständigung möglich war.

Eine besonders schwierige sprachliche Anforderung stellte die Teilnahme am Unterricht an unserer Partnerschule, dem Collège Marie José Chambart de Lauwe, dar. Auf dem Plan standen zum Beispiel maths, arts plastiques, français, anglais, espagnol, SVT oder techno. Der gewonnene Einblick in das französische Schulsystem mit den Pausen auf dem Schulhof, den geschlossenen Toren mit Ansagen, welche Klasse als nächstes das Schulgelände verlassen darf, dem konsequenten Handyverbot, dem klassenweisen Aufstellen vor Stundenbeginn auf dem Hof, lehrte uns die Freiheit unseres Schulalltags zu schätzen.

Neben Unterrichtsstunden erlebte unsere deutsch-französische Schülergruppe zahlreiche gemeinsame Exkursionen quer durch die wundervolle Bretagne: etwa ein Picknick am Strand von Ploumanac’h, eine etwas nasse Besichtigung der Festungsanlage Mont-Saint-Michel, die Altstadt von Saint Malo, die mittelalterliche Stadt Tréguier. Enorme Begeisterung kam auch beim Klettern auf den Felsen der Côte du Granit Rose auf.

Viele der geschichtsträchtigen und landschaftlich einzigartigen Schauplätze der Bretagne, die auch schon Gegenstand einer Lehrwerkslektion waren, nun in der Réalité zu erleben, war ein echtes Déclic – ein Aha-Erlebnis sozusagen.

Ganz neue Einblicke hingegen erhielten wir bei einem Besuch des Museums „Mémoire d’Islande“, welches das einst harte Leben der Fischer und die Bedeutung des Fischhandels für die Region um Paimpol beleuchtete.

Am letzten Abend vor der Abreise gab es gemeinsam mit der Deutschlehrerin Madame Pallo, der Schulleiterin Madame Corfdir, den Austauschschülern und den Gastfamilien zum Abschluss noch einen Pot de départ am Abend: auch hier durften unsere ständigen Begleiter – les Crêpes – nicht fehlen.

Au revoir et merci beaucoup! Wir sehen eurem Gegenbesuch freudig entgegen und revanchieren uns im Dezember: Ihr habt das Meer, wir dann hoffentlich den gewünschten Schnee.

Die Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des     chsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.

   

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