AufgeHÖRT! Monumentales Welt-Musik-Projekt: Genesis-Suite-Aufführungen verklungen

Ende April fanden in der zur Konzerthalle umgebauten Turnhalle der EGE sowie der Stadthalle Chemnitz mit der Genesis-Suite von Tolga Kashif drei Aufführungen der Superlative statt.  Unten finden Sie einen (Stimmungs)Bericht aus der Perspektive der Mitwirkenden, zunächst aber ein paar visuelle Eindrücke vom Ohrenschmaus, den die Gemischten EGE-Chöre (Jugendchor und Eltern-Lehrer-Chor) gemeinsam mit der Bläserphilharmonie Thum vermittelten.


Aufführungsbericht

Eine EGE- Konzertreise

(K)eine Konzertrezension zur GENESIS- Suite

Am Anfang steht das erste Wort – beziehungsweise die Suche nach dem ersten Wort. Wie beschreibt man am besten die Eindrücke und das Erlebnis der Konzertreise mit der „Genesis- Suite“ als Teil der EGE- Chorgemeinschaft? Der Leser ist herzlich eingeladen unsere Konzertreise nachzuspüren.Und es wurde eine Weltreise, die wir gemeinsam mit dem Werk erleben konnten.Präziser – eine Mehr- Generationen- Weltreise. Sprachliches Neuland erwartete uns. Lehrer und Schüler, Eltern und Kinder, Paten und Patenkinder – als Teil der Chorgemeinschaft war eine Stimmenvielfalt gegeben, die allerdings der Lenkung durch einen passionierten Chorleiter bedurfte. Getragen vom Klang der Bläserphilharmonie Thum konnte die Reise beginnen:

Die Reisevorbereitungen:

Unser Reiseleiter (Dr. Daniel Zwiener) hat viel vor.  Chorprobe zum Weihnachtskonzert – wer kennt GENISIS? Nein, nicht nur die britische Pop- Band – das Werk von Tolga Kashif? Eine Aufführung ist nötig – gerade jetzt. Ursprung und Inhalt des Werkes beschreiben einen Spannungsbogen, der uns schon beim ersten Hören anspricht und in einen Bann zieht. Das Werk soll zur Aufführung kommen, als Gemeinschaftswerk mit der Bläserphilharmonie Thum. Da hat er sich aber was vorgenommen, denkt sich manch einer.  Soll ich, soll ich nicht – die Eltern überlegen, die Kinder sind schon im Boot, auch ehemalige nutzen diese Gelegenheit in der Heimat vorbeizuschauen und an die vergangene Schulzeit anzuknüpfen.

Jetzt wird gepackt:

Erster Probentag – die Familie ist entweder dabei oder zu Hause ist alles organisiert. Es geht los – der Jugendchor hat Probenvorsprung und gibt uns Eltern als „Teilzeit- Sängern“ doch die noch nötige Sicherheit. Unser Reiseleiter legt die Route fest. Er erklärt Steigungen und schwierige Passagen des Weges – und der Chor greift das auf. Bei aller Ernsthaftigkeit – das „Edutainment“ in der Probe motiviert, das Zutrauen steigt. Heutiger Höhepunkt – die erste gemeinsame Probe mit dem Orchester. Das Gesamtwerk leitet der Chef (Thomas Conrad) der anderen Reisegruppe, mit der die EGE Chorgemeinschaft zusammen unterwegs ist. Wir versuchen uns zu finden. Ein Orchester und ein Chor müssen zusammengeführt werden. Ein gemeinsamer Klang wird erspürt. Bei der zweiten Probe klappt es schon besser. Jetzt wird gefeilt. Und ein weiteres Stück kommt dazu – keep smiling …, auch Geburtstagskinder werden angemessen begrüßt – das ist schon besonders. Das zwischenmenschliche Klima erinnert an Klassenfahrten, in der Schule werden wir verköstigt. Wie viele engagierte Helfer im Hintergrund an allen Vorbereitungen für diese Reise beteiligt sind – hier wird Gemeinschaft erlebbar. Nach einem langen Tag und einer abendlich ausgedehnten Probe erwarten wir den kommenden ersten Konzerttag voller Zuversicht.

Erstes Reiseziel – erstes Konzert:

Jetzt wird es ernst. Ein letztes Einsingen, eine letzte Anspielprobe mit unserem Reise- Orchester. Dabei führt unser Chor- Reiseleiter einen FAST gelungenen Gravitationstest mit dem Laptop vor – das macht er immer so, nun sind alle aufmerksam. Letzte Schwerpunkte werden nochmal durchgegangen. Die jungen Damen sind begeistert vom Einsatz unseres gemeinsamen Dirigenten – ohne Worte ist erkennbar welcher Ausdruck gebraucht wird. Nun aber – KONZENTRATION – das erste Stück erklingt, ein erster Eindruck entsteht.

SMILE …, ja – das Publikum auch.

Der Sopran setzt ein – Tolga Kashifs GENESIS erfüllt TONIGHT die EGE Turnhalle. Der Chor erlebt ganz aus der Nähe ausgezeichnete Solisten. Mit dem Satz UNDERTOW beschließen wir die geplante Reiseroute. Als der letzte nachdenkliche Klang verhallt sind wir ein Stück gewachsen, jeder für sich und zusammen. Einen Ausflug machen wir noch mit dem Publikum – die Zugabe unterstreicht unser heutiges Gesamtwerk als Orchester- Chor- Gemeinschaft, inclusive gegenseitigem Applaus.

Zweites Etappenziel – zweites Konzert:

Heute sind wir gelassener. Ein Lob vom Reiseleiter – ausgesprochen von einem Fachmann nach dem gestrigen Konzert- beflügelt. Die Publikumseindrücke sind mit Worten wie „Genial und gewaltig“ oder „Berührend“ wiedergegeben. Erstmalig Reisende im Chor schildern ihren Eindruck nach dem ersten Reisetag als aufregendes, spannendes Erlebnis, bewegt von der Geschichte hinter dem Stück und der ungewöhnlichen Sprache. Wir freuen uns auf den nächsten Reisetag.

Wir kommen an – in Chemnitz:

Sonntag Kantate – wir begeben uns an einem sonnigen Tag tatsächlich auf Fahrt, nach Chemnitz in die Stadthalle. Hier hat unsere Partnerreisegruppe eindeutig Heimvorteil. Unser gemeinsamer Dirigent Thomas Conrad kann an diesem Ort bereits auf Veranstaltungen mit der Bläserphilharmonie zurückblicken. Allerdings ist es auch für ihn ein spannendes Projekt. Die Möglichkeit mit einem 8-stimmigen Chor zu arbeiten ist besonders, die Zusammenarbeit miteinander, eine Begegnung auf Augenhöhe, motiviert spürbar alle Beteiligten.  An diesem Veranstaltungsort erwarten uns neue Herausforderungen.  Als erstes gehen die Stimmen mit ihrem Reiseleiter in den Keller (es ist Orientierungssinn gefragt) – das Einsingen erwartet uns, in ungewohnter Aufstellung. Es geht uns gut, so gut…“ Jetzt proben wir erstmalig am Aufführungsort. Für das Publikum wird es optisch Trennkost geben. Die Männerstimmen stehen rechts, die Frauenstimmen links. Das ist neu, ja es bleibt spannend. Für SMILE sind wir kreativ und verteilen uns im Orchestergestühl. Pause für Chor und Orchester, es gibt Chor- und Orchestercatering, für uns bleibt genug Zeit für einen Spaziergang in der Sonne.

Pünktlich geht es weiter, letzte WICHTIGE Informationen. Bitte wie besprochen einlaufen, für den Alt beim 1ten mal bitte das andere LINKS. Jetzt geht´s los, SMILE aus dem Orchestergestühl, dann die Pause. Der zweite Teil – die Aufstellung passt soweit, der erste Satz GENISIS erklingt, gespanntes Lauschen im Publikum. Wir spüren die Wärme, auch die der Scheinwerfer. Unserem Dirigent geht es sicher genauso. Auf die Solisten haben wir heute einen besseren Blick – großartiges erklingt. Bei Zuhörern stellt sich Gänsehaut ein und sie verdeutlichen dies ihrem Nachbarn. Darauf haben wir hingearbeitet, solche Eindrücke bestätigen die gemeinsame Arbeit. Heute ist es auch körperlich eine Herausforderung. Wir stehen die Zeit durch, und brauchen noch Energie für den 5. Satz. Der letzte Ton verklingt, das Publikum ist im ersten Moment still, dann stehende Ovationen. Anerkennung der Leistung, lobende Worte vom Dirigenten. Diese Eindrücke tragen weiter und wirken in die folgenden Tage.

Frühbucher für die nächste Reise:

Die Reise war ein Geschenk. Als Teil einer Gemeinschaft ist der Mitwirkende beschenkt, und kann dies weitergeben. Unsere Reiseleiter haben uns durch musikalisches Neuland geführt, auf Augenhöhe. Durch das pädagogische Geschick ist ein Zusammenführen von Generationen mit unterschiedlichen Gaben möglich. Nicht nur im musikalischen Bereich – auch organisatorisch mit allem Drum und Dran im Hintergrund. Im Chor und Orchester ist ganz deutlich die gegenseitige Wertschätzung spürbar. Nach unseren Konzerten beschreiben Mitwirkende aus dem Orchester die Stimmung mit Worten wie „euphorisch“, „geschafft aber glücklich“ oder auch „episch“. Fast entsteht der Eindruck der Einzelne ist ob der erzeugten gemeinsamen Klangwelt erstaunt und sprachlos. Das Publikum ist gerührt, „…meine Oma hat geweint…“ Sicher ist – für die nächsten Reise gibt es schon jetzt Frühbucher.

MIB